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Foto Andrew Terker |
2003
beging die
Landeshauptstadt Thüringens, Erfurt,
ein Meister – Eckhart - Jahr.
"Das Licht leuchtet in der Finsternis
und die Finsternis hat es nicht erfasst
in memoriam
Meister Eckhart 1260 - 1327"
Dies ist der Text, der zum Gedenken an
Meister Eckhart, an seiner einstigen Wirkungsstätte,
der heutigen Predigerkirche
in Erfurt, zu lesen ist. |
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Meister Eckhart ist um 1260 in Thüringen geboren.
Sehr früh trat er in das
Dominikanerkloster in Erfurt ein und hat lange als
Prior seines Klosters
und als Ordensprovinzial für
Sachsen gewirkt.
Nach Studien in Köln und Paris wurde er ein
hoch angesehener Theologieprofessor ( Magister), der auch in Paris
lehrte. Später wirkte er auch in Straßburg und Köln.
Seine Lehren finden heute noch in der ganzen
Welt Beachtung, denn er zählt zu den bedeutendsten Mystikern Europas. Er hat
über den mystischen Erfahrungsweg mit klaren und genauen Formulierungen
gesprochen und diesen Weg auch gelehrt.
Wie alle Mystiker,
die ihre Erfahrung im christlichen Kulturkreis öffentlich kund taten
und tun, so
geriet auch Meister Eckhart mit der Kirche in große Konflikte.
Es ist nicht bekannt, woran Meister Eckhart vermutlich 1327 verstarb..
Viel Kraft hat ihn vermutlich aber auch ganz besonders das Verfahren,
welches in dieser Zeit vor der
Inquisition in Avignon gegen ihn geführt wurde,
gekostet.
Nach seinem Tod
traf ihn als Person der Bannspruch nicht mehr, doch wurden 28 Sätze von ihm als häretisch
(17 Sätze als irrig, und 11
als verdächtig) verurteilt, da diese die Kernaussagen
aller seiner Predigten darstellten, also im Prinzip damit seine ganze Lehre.
Die Katholische Kirche hat diesen Bannspruch über seine
Lehre bis heute nicht
aufgehoben.
Ludwig Markuse
schreibt über Meister Eckhart:
"Der stärkste Kopf, der energischste, radikalste Denker unter den Mystikern, der, welcher das zu Verschweigende am eindringlichsten bewusst gemacht hat, war Meister Eckhart. Lange bevor die Entmythologisierung" erfunden wurde, war er der radikalste
Entmythologisierer.
Eckhart war die Aufklärung ohne Verklärung, war aufgeklärter als die Aufklärung. Er war in der Tat viel gefährlicher als später Luther, als die Entlarvung des PriesterBetrugs im achtzehnten Jahrhundert, als der harmlose Atheist des zwanzigsten. Eckhart deckte den Abgrund" auf, den alle Religionen und Philosophien zudecken."
Martin Luther lebte später als Eckhart,
ebenfalls in einem Erfurter Kloster - dem Augustinerkloster. Heute ist
bekannt, dass er auch Schriften von Eckhart gelesen hatte.
Meister Eckhart als einer der bedeutendsten
Mystiker hatte zu einer allumfassenden Liebe gefunden, darin lag
insbesondere seine von Ludwig Markuse benannte Gefährlichkeit begründet.
Liebe ist die stärkste verändernde Kraft. Diese Liebe befähigte ihn
auch, die Wahrheit über die von ihm erfahrene Wirklichkeit und seine
Einheitserfahrung mit der "Gottheit" sehr direkt zu sprechen, "...das zu Verschweigende am
eindringlichsten bewusst"
zu machen und mit den passendsten Worten zu benennen, auch wenn
es für ihn gefährlich war.
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Wer diese Rede nicht
versteht, der bekümmere sein Herz nicht damit. Denn solange der
Mensch nicht dieser Wahrheit gleicht, solange wird er diese Rede nicht
verstehen. Denn es ist eine unverhüllte Wahrheit, die da gekommen ist
aus dem Herzen Gottes unmittelbar.
Mit diesen Worten
beendete Meister Eckehart
häufig seine Rede. |
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Dagmar Maria Jendricke 2002 |
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Das Auge, in dem ich Gott sehe,
das ist dasselbe Auge,
darin mich Gott sieht;
mein Auge und Gottes Auge
das ist ein Auge
und ein Sehen
und ein Erkennen
und ein Lieben.
Meister Eckhart
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"Hast du dich selbst wahrhaft lieb, so
hast du alle Menschen lieb wie dich selbst. Solange du einen einzigen
Menschen weniger lieb hast als dich selbst, solange hast du dich selbst nie
wahrhaft lieb gewonnen."
Meister Eckhart
"Wer Gott Wahrhaftig liebt, der liebt
seinen Mitmenschen, wie sich selbst. Wer Gott mehr liebt
als seinen Nächsten, der liebt ihn noch nicht auf vollkommene Weise."
Meister Eckhart
"Gott ist mir näher, als ich mir selbst
bin".
Meister Eckhart
"Gott allein ist; denn alle Dinge sind
in Gott und von Gott. Außerhalb seiner und ohne ihn ist in Wahrheit nichts."
Meister Eckhart
"Wir selbst sind die Ursache aller
unserer Hindernisse."
Meister Eckhart
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"Gott hat alle Dinge auf verborgene
Weise in sich selbst, aber nicht als dies oder das in Verschiedenheit,
sondern als Eins in der Einheit."
Meister Eckhart
"Was ist das letzte Ziel? Das letzte
Ziel ist das verborgene Dunkel der ewigen Gottheit.
Meister Eckhart
Wenn man von den Formen absieht und den Sachen auf den Grund geht, wird man finden, dass Schakia Muni
( Buddha) und Meister Eckhart das selbe lehren"
Artur Schopenhauer
"Das neue Bild vom Gottesbild – Bild und Theologie bei Meister
Eckhart"
So ist die Dissertation von Mauritius Wilde betitelt. Bruder Mauritius
Wilde gehört zum neuen Leitungsteam des Hauses Benedikt. Er ist Mönch der
Benediktinerabtei Münsterschwarzach und Theologe. Zum Freundeskreistreffen
im November 2001 gab er uns in einem Vortrag Einblick in seine Dissertation
und berichtete, dass er sich ein Jahr lang fast ausschließlich mit Studien
über Eckhart beschäftigt hat. Es sagte uns ,dass diese Zeit für ihn sehr
erkenntnisreich und wertvoll gewesen sei. Bruder Mauritius stellte uns den
um 1260 geb. Dominikaner und großen Mystiker besonders als scharfsinnigen
Denker vor, der anfangs schnell Kariere machte und hohes Ansehen in der
Kirche hatte. Letztlich wurde Eckhart aber wegen seines mystischen
Gottesverständnis und seiner öffentlichen Reden dazu von der Inquisition
angeklagt und die Verurteilung seiner Thesen gilt bis heute. Auch sagte
Bruder Mauritius, dass sich mit der Eckhart Forschung bisher fast
ausschließlich Germanisten, Philosophen und Historiker, aber kaum Theologen
befassten, und das sei vermutlich auch durch die
kirchliche Verurteilung zu begründen. Er selbst hätte bei der Erstellung der
Dissertation auch Ängste
gehabt, ob ihm die Darstellung des Gottesbildes, welches er aus den
Eckhart-Überlieferungen deutlich heraus lesen konnte, Probleme für seinen
eigenen Werdegang bringen könnte. Eckhart benennt sehr klar, dass sich das
Göttliche oder wie er es ausdrückt Gottheit in jedem Menschen offenbart.
Bruder Mauritius Wilde meinte, dass er Eckhart auch ohne direkte Benennung
so verstanden hätte, dass über den Menschen hinaus sich das Göttliche in der
Natur und in allem was ist offenbart. Auch das vordergründig Paradoxe bei
Eckhart, von der geforderten Bilderaskese und selbst praktiziertem
Bilderreichtum seines mystischen Sprechens erwähnte er. Außerdem erfuhren
wir von Bruder Mauritius etwas über das Spiegelgleichnis. In ihm wirft
Eckhart die Frage auf, wo das Wesen des Bildes eigentlich zu finden sei. Er
erklärt im Detail, dass je nach Sichtweise alle drei Antworten gleichermaßen
ihre Berechtigung haben. Die Antworten können also ebenso lauten, "in dem,
wovon es ausgeht", "im Spiegel" und "im gemeinsamen Spross".
Die christliche Kirche vermittelt heute noch ein Gottesbild, in dem Gott
außerhalb und über der Schöpfung zu finden ist. Bruder Mauritius Wilde
meinte, dass ihn der Wandel seines eigenen Gottesbildes überrascht hätte.
Bleibt zu hoffen, dass sich auch das Gottesbild der christlichen Kirche
wandelt, denn auch Bruder Mauritius erwähnte, dass Gottesbilder auch
schädlich sein können. Er sagte, dass die offensichtliche Erkenntnis eines
krankmachende Bildes von einem außerhalb der Schöpfung stehenden und
strafenden Gottes, auch ihn schockiert
habe.
Zusammenfassung
eines Vortrags von Bruder Mauritius Wilde im Haus St.
Benedikt geschrieben von Dagmar Jendricke für den
Weihnachtsrundbrief 2001 von Willigis Jäger.
-siehe auch Bücher Seite 5; Texte und
Presse
einen Vortrag von Willigis Jäger,
"Das Mysterium findet im Hauptbahnhof statt" |
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Kerzenlicht
Wissenswertes Wege Gemeinschaft Yoga
Zen Kirche?
www.eckhart.de
www.meister-eckhart-haus.de |
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m Mittelalter gab es keine einheitliche
Schreibweise und so finden wir auch Meister Eckhart unter Meister Eckehart. |
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